Whisky
... ein Wort mit Magie, Tradition und Geschichte. Die Kunst der Destillation kam vermutlich aus dem Orient mit den Mauren nach Europa. Die Destillate wurden zu dieser Zeit als Arzneimittel gebraucht. Keltische Mönche brachten aus Irland das Geheimnis der Destillation über die Hebrideninseln (Islay) auf das schottische Festland - die Geschichte des Whisky sowie alles Wissenswerte erfahren Sie hier:
Was ist Malt Whisky? | Geschichte/Regionen | Kategorien | Malt Whisky-Verkostung | Whisky-Geschmack | Whisky-ABC
Es gibt zwei Arten von Scotch Whisky: Malt Whisky und Grain Whisky. Malt Whisky
wird aus gemälzter Gerste hergestellt und in einer traditionellen Kupferbrennblase
destilliert, der sogenannten Pot Still. Grain Whisky wird aus einer Mischung
verschiedener Getreidearten produziert und in einem kontinuierlichen oder
Patent Still-Verfahren mit sehr hohem Alkoholgehalt destilliert. Grain Whisky
ist relativ kostengünstig in der Herstellung, besitzt jedoch nicht die
gleiche Komplexität von Geschmäckern und Aromen wie Malt Whisky.
Whisky kommt in verschiedenen Formen
auf den Markt. Am geläufigsten sind:
Blended Whisky
Ein Verschnitt von Grain und Malt Whisky. Etwa 95% der Malt Whisky Produktion
und praktisch die gesamte Grain Whisky Produktion wird zu Blends verarbeitet.
Vatted malt
Malt Whiskys aus verschiedenen Brennereien werden miteinander zu einem Whisky
mit gleichbleibendem Geschmack vermischt.
Single malt
Verschiedene Fässer von Malt Whiskys einer Brennerei werden miteinander
vermischt, um einen Whisky mit gleichbleibendem Geschmack zu produzieren.
Singles werden normalerweise unter dem Namen der Brennerei vermarktet.
Single cask malt
Malt Whisky aus einem einzelnen Fass. Wegen der Unterschiede von einem Fass
zum anderen entsteht eine breite Palette verschiedenartiger Whiskys. Außerdem werden durch die Zugabe von
Kräutern und Zucker oder Honig zu Malts oder Blends auch gelegentlich
Whiskyliköre hergestellt. Wenn auch Grain Whiskys und Blends hervorragend sein können, erreichen
sie doch nie die Komplexität, Vielfalt und Raffinesse von Malts. Puncto
Aroma und Geschmack wird Malt Whisky von keiner anderen Spirituose der Welt
übertroffen. Malt Whisky wird aus gemälzter Gerste und Wasser hergestellt, plus einer
Kleinigkeit Hefe. Die gemälzte Gerste-der "Malz"-entsteht,
wenn man die Gerste keimen lässt und sie dann trocknet, was traditionell
über einem Torffeuer geschieht. Dieser Torf verleiht vielen Whiskys den
typisch rauchigen Geschmack.
Die gemälzte Gerste wird gemahlen, im Maischbottich mit heissem Wasser
gemischt und dann in einen weiteren grossen Bottich abgegossen, den sogenannten
Washback, wo Hefe zugesetzt wird und die "Würze" etwa fünfzig
Stunden gärt. Die entstehende Flüssigkeit heisst Wash und enthält
zwischen 5% und 8% Alkohol. Die Wash wird zweimal (gelegentlich dreimal) in grossen Kupferkesseln, den
Pot Stills, destilliert, um Wasser und Alkohol zu trennen und letzteren zu
konzentrieren. Der mittlere Anteil des letzten Durchlaufs, das Destillat,
wird in Eichenfässern gelagert. In mindestens drei Jahren Reifezeit entsteht
daraus Scotch Malt Whisky. Mit der Abfüllung endet die Reifung. Der Whisky verändert sich nicht
mehr, vorausgesetzt, die Flasche bleibt verschlossen und wird weder Wärme
noch starkem Licht ausgesetzt.
Fassstärke
Das frische Destillat hat einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 65-70%.
Vor der Abfüllung in Fässer wird es entweder mit dem gleichen Wasser,
das schon für die Herstellung verwendet wurde oder mit entmineralisiertem
Wasser auf 63,5% verdünnt. Dieser Alkoholgehalt gilt seit langem als
ideal für die Reifung. Im Laufe der Jahre, die das Fass im Lagerhaus
verbringt, verliert es sowohl an Alkohol als auch an Inhalt. Nach zehn Jahren
hat ein typischer Whisky um die 57% Alkohol (in der Fachsprache Proof) und
sein Volumen hat jährlich um circa 2% abgenommen. Diesen Verlust nennt
man den "Anteil der Engel".
Vor dem ersten Weltkrieg wurde Whisky stets at proof, also in "voller
Stärke" verkauft, aber 1916 versuchte der Staat, die Brenner dazu
zu zwingen, ihn auf 28,6% zu verdünnen (d.h. auf 50 Grade unter Proof),
mit dem Argument, die Munitionsarbeiter tränken zu viel. Tatsächlich
war der damalige Premierminister, Lloyd George, ein vehementer Alkoholgegner
und hätte am liebsten alle Spirituosen generell verboten. Zwischen 1915
und 1916 wurde ein Kompromiss ausgehandelt, nach dem Whisky mit einem Alkoholgehalt
von höchstens 42,9% und mindestens 37,2% verkauft werden durfte. Heute
beträgt die Mindeststärke von Whisky 40%; die Obergrenze ist aufgehoben.
Je höher die Stärke, desto besser behält der Whisky seinen
Geschmack. Deshalb ist es vorzuziehen, den Alkoholgehalt erst unmittelbar
vor dem Genuss-statt vor der Flaschenabfüllung-zu reduzieren.
Kaltfiltrierung
Vor der Flaschenabfüllung werden die meisten Whiskys heute "kaltfiltriert",
wobei sie bis nahe dem Gefrierpunkt abgekühlt und durch eine dicke Lage
Filter gepresst werden. Diese Technik wurde um 1970 entwickelt, um Fettketten
zu entfernen, die zu einer leichten Trübung des Whiskys führen können,
wenn er verdünnt oder kalt serviert wird. Das macht den Whisky im Glas
zweifellos klarer, kann aber Geschmack und Mundgefühl beeinträchtigen.
Aus diesem Grund werden die Whiskys der Society nicht kaltfiltriert, sondern
lediglich durch einen groben Filter gelassen, um etwaige Teilchen zu entfernen.
Fässer
Der Name "Scotch" darf nur für Whisky verwendet werden, der
in Schottland in einem Eichenfass während mindestens drei Jahren gereift
ist. Die meisten Malts reifen natürlich viel länger, wobei sie im
Laufe der Jahre an Komplexität und Milde gewinnen.
Schon vor langem hat man entdeckt, dass "gebrauchte" Fässer
sich besser für die Whiskyreifung eignen als neue, denn letztere neigen
dazu, unerwünschte Harzaromen an den Whisky abzugeben. Man hat mit den
unterschiedlichsten Fässern experimentiert, von Weinfässern und
Port Pipes zu Brandy Drums und Rum Puncheons, aber die beiden heute in der
Whiskyindustrie gängigsten Arten sind Fässer, die ehemals Sherry
enthalten haben und solche, in denen amerikanischer Bourbon gereift wurde.
Kosten, allgemeine Geschmackspräferenzen und Verfügbarkeit sind
die Gründe, dass heute weit mehr ehemalige Bourbon- als Sherryfässer
verwendet werden. Bourbonfässer werden aus amerikanischer Weisseiche
(Quercus Alba) hergestellt. Zum Teil werden sie intakt, als American Barrels,
importiert und fassen etwa 190 Liter. Die meisten werden als lose Dauben transportiert
und in Schottland zu grösseren Fässern mit einer Kapazität
von 250 Litern wieder zusammengesetzt. Solche Fässer nennt man Re-made
Hogsheads oder Dump Hogsheads.
Sherryfässer werden aus spanischer Eiche hergestellt (Quercus Robur),
die meisten spezifisch für die Whiskyhersteller. Nach der Herstellung
wird in den meisten vier Jahre lang Oloroso Sherry gelagert. Ausserdem gibt
es die sogenannten "Bodega Fässer", die für die Gärung
von Fino oder Oloroso Sherry verwendet wurden, normalerweise 15 Jahre lang.
Sherryfässer sind vorwiegend Butts (Fassungsvermögen 500 Liter),
Puncheons (545 Liter) oder Dump Puncheons (463 Liter).
Die Fässer werden immer wieder mit Whisky gefüllt, bis sie als "verbraucht"
gelten. Der Einfluss des Holzes und insbesondere des ehemaligen Inhalts, sei
es Bourbon oder Sherry, nimmt mit der Zeit ab. Somit ist es natürlich,
dass ein erstmals gefülltes Oloroso Butt seinem Inhalt viel mehr Sherrygeschmack
und -farbe verleiht als z.B. ein zum dritten Mal gefülltes Fino Fass.
Gelegentlich werden die Fässer auch "aufgefrischt", indem die
Innenwände dünn abgehobelt und wieder verkohlt werden.
Die Qualität des für den Fassbau verwendeten Holzes hat einen entscheidenden
Einfluss auf die Qualität des Endprodukts. Es ist zum Beispiel erwiesen,
dass Dauben von Bäumen, die langsam auf mageren Böden gewachsen
sind, den Whisky völlig anders reifen lassen als Fässer aus schnell
gewachsenem, ofengetrocknetem Holz.
Werden Whiskys für den Verkauf als Vatted Malts oder Singles abgefüllt,
glättet man ihre Eigenheiten, indem viele verschiedene Fässer in
einem grossen Behälter gemischt werden, so dass ein bestimmter, angestrebter
Whiskystil entsteht, der sich immer wieder reproduzieren lässt.
Der Einzelfass-Unterschied
Die Society hält nichts von Einheitlichkeit. Wir schwelgen in den Unterschieden
von einem Fass zu nächsten und geniessen die subtilen Geschmacksnuancen,
welche die Reifung in gutem Holz verleiht, genau so wie wir uns an den individuellen
Schöpfungen von Schottlands Malzwhiskybrennereien freuen.
Um diese Vielfalt zu geniessen, füllen wir unsere Whiskys direkt aus
einzelnen Fässern ab, wobei wir sie nur durch einen groben Filter passieren,
um etwaige Teilchen zu entfernen. Wir füllen unsere Whiskys mit genau
dem Alkoholgehalt ab, den sie am Ende ihrer Reifung erlangt haben, denn ein
höherer Alkoholgehalt behält den Geschmack besser.
Wie wird Single Malt gemacht?
Am Anfang steht das Gerstenkorn, dass gemälzt wird, das heisst, die Gerste
wird auf einem trockenen Boden regelmässig verteilt und mit Wasser befeuchtet.
Nach einigen Tagen setzt der Keimprozess ein. Der Mälzmeister kennt als
einziger den genauen Zeitpunkt, wann die Gerste das richtige Keimstadium erreicht
hat und auf den Dörrboden im kiln (das Gebäude mit der Pagode
ein Wahrzeichen vieler Destillerien) gebracht werden muss. Auf dem Dörrboden wird der Wassergehalt des Korns durch ein Torffeuer
kontinuierlich gesenkt und gleichzeitig aromatisiert - daher auch der typische
Rauch- und Torfgeschmack einiger Sorten.
Schliesslich wird das trockene Malz gemahlen und im mash mit heissem Wasser
vermischt und ausgelaugt. Die entstandene Flüssigkeit (wort) wird erst
jetzt in die Gärbottiche (wash backs) gegeben, wo sie schliesslich mit
Hefe versetzt wird.
Das Beimischen von Hefe ermöglicht die Umwandlung des Zuckers in Alkohol,
und es bilden sich Kohlendioxidblasen. Um ein Überschäumen zu verhindern
werden diese Blasen von einem horizontal laufenden Propeller zerschlagen.
Das Produkt dieser Stufe: eine bierähnliche Flüssigkeit mit einem
Alkoholgehalt von circa 5 - 7%.
Der nächste Schritt: die Destillation in wash stills. In Schottland meist
nur zweifach gebrannt. Das erste Destillat (low wine) hat einen Anteil von
circa 25%, das zweite meist über 70% Alkohol, der spirit.
Jetzt liegt die ganze Verantwortung beim Brennmeister. Er muss den exakten
Zeitpunkt für die Trennung des Destillationsdurchlaufes bestimmen, denn
beide, der foreshot (Vorlauf) und der feints (Nachlauf), werden nicht weiterverarbeitet.
In das Fass darf schliesslich nur der reine Durchlauf.
Nach der Destillation wird der junge und feurige Whisky zum Reifen in Fässer
(cask) abgefüllt. Diese liegen bewegungslos in den kühlen, feuchten
und dunklen Lager der Distillerien. Einige dieser Lagerhäuser sind absichtlich
so dicht ans Meer gebaut, dass das Meerwasser, das von der Flut in den Keller
gespült wird, einen charakteristischen Meersalz- oder Seetanggeschmack
im Whisky hinterlässt.
Der typische Malt Whisky muss zwölf bis 16 Jahre (oder noch länger)
in Holzfässern reifen. Vom Holz und der Atmosphäre des Lagerraumes
beeinflusst gewinnt der Single Malt stetig an Farbe, Geschmack, Komplexität
und Statur. Während dieses Reifeprozesses verdunstet ein Teil des Alkohols
- der "Anteil der Engel".
Die Geschichte des Whiskys
Whisky! Ein Wort mit Magie, Tradition und Geschichte. Die Kunst der Destillation
kam vermutlich aus dem Orient mit den Mauren nach Europa. Die Destillate wurden
zu dieser Zeit als Arzneimittel gebraucht. Keltische Mönche brachten
aus Irland das Geheimnis der Destillation über die Hebrideninseln (Islay)
auf das schottische Festland. Das Wasser des Lebens aqua vitae oder im gälischen
uisge beatha wurde im Jahre 1494 erstmals urkundlich erwähnt. Aus uisge
beatha wurde im englischen usky, und führte später zur Schreibweise
Whisky.
Im 16. Jahrhundert gab es in Schottland Klöster und unzählige bäuerliche
Hausbrennereien, die bereits Malt Whisky produzierten. Für die Herstellung
des Destillates benutzte man Maischen aus vergorenem Getreide.
Einer Revolution gleich war die Erfindung von Robert Sein und Aenean Coffey
(gegen 1830): Deren kontinuierliches Brennsystem ermöglichte die kostengünstige
Herstellung von Hochprozentigem, nahezu geschmacksneutralem Alkohol. Dies
war die Geburtstunde des Grain Whisky. Geschäftstüchtige Händler
mit Namen wie G. Ballantine, J. Walker und Chivas Brothers begannen in der
Folge, Mischungen aus Malt und Grain Whisky anzufertigen. Die Blends waren
erfunden. Sie waren geschmacklich milder als die rauchigen Malts und entsprachen
mehr den damaligen Vorlieben der Käufer. Ein hervorragendes Marketing
und eine Reblausplage in den Weinanbaugebieten Europas, welche die Cognacproduktion
zum Erliegen brachte, verhalfen den Blends zu ihrem endgültigen Siegeszug.
In den Achtzigerjahren führte die weltweite Konzentration auf den Spirituosenmarkt
in Schottland zu Stilllegung von vielen Brennereien. Die verbliebenen Destillerien
sind heute im Besitz von wenigen multinationalen Konzernen. Inspiriert von
Glenfiddich, der ersten Destillerie, welche ihren Whisky als Single Malt zu
vermarkten begann, fingen viele Brennereien wieder damit an, ihren Whisky
als Single Malt anzubieten.
Die Whisky-Regionen
Der erste Versuch, Schottland in meherer Whiskyregionen einzuteilen, geht
nicht auf Brenner oder Whiskyliebhaber zurück, sondern auf die Gesetzgeber
in London. Sie erliessen 1784 den Wash Act und schufen dabei zwei Steuerbezirke:
die Highlands und die Lowlands. Die Natur hatte allerdings schon längst
vor den Zoll- und Steuerbehörden die Grundlage für eine Einteilung
gelegt. Durch Wasser- und Torftyp und die geografische Lage der Brennereien
entstanden in den verschiedenen Teilen Schottlands eigene Whiskytypen. Seit
jeher besteht eine lockere Einteilung in vier Gebiete, wobei die einen in
Highlands, Lowlands, Campbeltown und Islay, andere in Highlands, Lowlands,
Speyside und Islay unterteilen.
Highlands
Die Whiskys der Highlands stammen von einem Gebiet, das nördlich einer
Diagonalen liegt, die von Greenock und Dumbarton am Firth of Clyde und im
Westen nach Perth und Dundee am Fluss Tay im Osten führt. In ihren Grenzen
befindet sich der legendäre Speysidebezirk. Im weiteren umfasst die Region
auch die Inseln Orkney, Sky, Mull und Jura.
Speyside
Speyside Malt Whisky ist nach dem gleichnamigen Tal des Flusses Spey benannt.
Obwohl diese Whiskys aus dieser Gegend kommen, die für ihre Malt Whiskys
bekannt ist, müssen sie auf Grund ihres besonderen Charakters getrennt
klassifiziert werden. Dieser ist auf die Destilleriekonzentration und die
besonderen Klimagegebenheiten zurückzuführen.
Lowlands
Südlich der genannten Grenze ist die Landschaft lieblicher. Diese Qualität
findet ihren Ausdruck in leichten, vollmundigen und leicht zugänglichen
Maltwhiskys dieser Region. Die Whiskys haben Aperoqualitäten. Mit ihren
erfrischenden, oft würzigen Persönlichkeiten kann man sie zu allen
Gelegenheiten trinken.
Campbeltown
Die Stadt Campbeltown hat zwei Brennereien, die drei Whiskys produzieren.
Dennoch wird sie noch als Whiskyregion anerkannt. Die Whiskys haben einen
guten Körper und einen trockenen, rauchigen Charakter. Die Whiskys sind
Longrow, Springbank und Glen Scotia.
Islay
Die Insel Islay in den Inneren Hebriden ist vor allem berühmt wegen ihrer
stechenden, körperreichen und torfigen Malts der Südküste,
die man richtig beissen muss. In Wirklichkeit produzieren achte Brennereichen
rauchige, nach Algen duftende Whiskys mit sehr unterschiedlicher Intensität.
Das sind keine Malts für Anfänger, sondern ein wundervolles Geschenk
für den Kenner.
Produktionsarten und Kategorien
Unverschnittene Maltwhiskys - Single Malt Whisky
Diese Whiskys, die aus gemälzter Gerste hergestellt
werden, sind charakteristische Produkte jeweils einer Brennerei. Um den spezifischen
Geschmack konstant zu halten, werden jeweils mehrere Fässer, die selbst
wieder individuelle Geschmacksunterschiede zeigen, miteinander verschnitten
oder verheiratet, bevor die Abfüllung in die Flaschen erfolgt. Das niedrigste
gesetzliche Alter ist drei Jahre. Die meisten Produzenten halten fünf Jahre
für eine akzeptable Untergrenze. Das Alter kann bis auf 30 und mehr Jahre
steigen. Unverschnittene Malts haben ein individuelles optimales Alter, nach
dem sie nicht mehr spürbar besser werden.
Kornwhiskys - Grain Whiskys
Kornwhisky wird aus verschiedenen nicht gemälzten Getreidesorten
gewonnen, vor allem aus Weizen und Mais. Das Ergebnis ist eine ziemlich neutrale
Spirituose mit wenig Charakter, die hauptsächlich für den Verschnitt
produziert wird.
Unverschnittene Kornwhiskys - Single Grain Whiskys
Diese Whiskys werden von einer Handvoll Produzenten in geringen
Mengen abgefüllt. Die besten haben oft einen süsslichen Geschmack
und mehr Charakter, als man zunächst erwarten möchte.
Vatted Malts
Es handelt sich hier um Malts aus verschiedenen Brennereien,
die miteinander verschnitten werden um den typischen Stil einer Region repräsentativ
einzufangen oder um Geschmacksnoten zu verbinden, die gut zueinander passen.
Man versucht damit auch Produkte zu erzeugen, die manchen Konsumenten vielleicht
besser zusagen als die oft doch sehr eigenwilligen Single Malts.
Fass-Stärken-Whiskys - Cask Strength Whiskys
Diese Whiskys werden in der Form verkauft, wie sie aus dem
Fass kommen, das heisst mit rund 60 Vol.-%. Diese Whiskys sind auch deshalb
anders, weil sie nicht kalt filtriert werden. Cask Strength Malts können
bei niedrigen Temperaturen Trübungen zeigen. Da sie nicht der Filtrierung
unterworfen wurden, enthalten sie Geschmackselemente, die bei dieser Filtrierung
sonst verloren gehen.
Jahrgangswhisky - Vintage Sinlge Malt
Die Jahrgangswhiskys sind eine verhältnismässig
neue Entwicklung. Sie beruhen auf der Erfahrung der Winzer, dass gewisse Jahre
aussergewöhnliche Weine ergeben. Ob dies allerdings auch für Whiskys
gilt, steht noch zur Debatte. Der durchschnittliche Whiskyliebhaber findet aber
kaum einen Unterschied zwischen einem 75er und einem 76er Ardbeg.
Wood Finish Single Malt
Fast 70% der Merkmale stammen vom Fassholz. Jedes Verfahren
hinterlässt beim unverschnittenen Single Malt seine Spuren. Dieses Experiment
ermöglicht interessante Einblicke in den Reifungsprozess: In Portweinfässern
wird Whisky üppig, in Sherryfässern cremig, und in Madeirafässern
erhält er eine ausgeprägte Gewürznote.
Einzelfassabfüllungen - Single Cask Whiskys
Dies ist sozusagen der Höhepunkt auf der Whiskyskala.
Normalerweise werden die Single Malts in der Brennerei aus mehreren Fässern
zusammengestellt. Es findet also ein Verschnitt zwischen Fässern der gleichen
Herkunft statt. Die Single Cask Whiskys aber sind Abfüllungen aus Einzelfässern.
Ein Single Cask Whisky ist das einzigartige Produkt einer einzigen Destillation
in einem bestimmten Augenblick - sozusagen der Schnappschluss eines Malzwhiskys.
Verschnittwhisky - Blended Whisky
Ein preiswerter Verschnitt von Korn- und Maltwhiskys. Doch
auch diese Whiskys haben ihren eigenen Stil. Sie schmecken umso besser, je mehr
Maltwhisky sie enthalten. Viele der bekannteren Sorten wie Ballantines weisen
im Geschmack eine grosse Tiefe auf. Die Blended Whiskys sind die bei weitem
populärsten schottischen Whiskys, und sie machen mindestens 96% aller Whisky-Verkäufe
weltweit aus.
Malt Whisky probieren
Wie degustiere ich einen Whisky, welches sind die idealen Gläser
für Single Malt Whisky und wann sollte man einen Whisky mit etwas Wasser
verdünnen?
Whiskygläser
Das traditionelle Whiskyglas (der "Tumbler") eignet sich nicht besonders
gut für den Genuss von Malt Whisky. Es wurde zum Kippen von Whisky-Soda
geschaffen, nicht zum Einfangen flüchtiger Aromen. Das Glas, mit dem
sich Malt Whisky am besten geniessen lässt, das Glas der Profis, ist
ein Spirits Nosing Glass, ein Degustationsglas. Abgesehen davon, dass es etwas
bauchiger ist, ähnelt es der Form nach einer Sherry-Copita.
Beigabe von Wasser
Wasser weckt den Whisky und lockert ihn auf. Mit anderen Worten, mit Wasser
kommen viele Aromen erst richtig heraus, und der Whisky entfaltet sich. Das
trifft in besonderer Weise auf die ungewöhnlich starken Cask Strength
zu. Ohne Wasser kann es leicht passieren, dass die Zunge von der Schärfe
des Alkohols betäubt wird, ja, man kann sich sogar die Nase "verbrennen"!
Wieviel Wasser man im Einzelfall verwendet, hängt vom jeweiligen
Whisky und vom persönlichen Geschmack ab. Der Trick besteht darin, das
Wasser in kleinsten Mengen zuzugeben, bis das "Nasenprickeln" nachlässt
und das volle Aroma durchkommt. Das verwendete Wasser sollte keine Kohlensäure
enthalten und Zimmertemperatur haben (sehr kaltes Wasser, vor allem Eis, dämpft
die Aromen). Normales Hahnenwasser ist durchaus geeignet, vorausgesetzt, es
ist nicht zu hart oder chemisch behandelt; im Zweifelsfall ist stilles Flaschenwasser
vorzuziehen. Die meisten schottischen Wasser, zum Beispiel Highland Spring,
sind weich.
Wie degustiere ich Whisky?
Eigentlich ist es ganz einfach: Man giesse etwas Whisky ins Glas, halte es
ans Licht und studiere seine Farbe. Die Farbe verrät oft etwas über
die Art der Reifung, denn Whisky aus einem Oloroso Fass ist zum Beispiel meist
viel dunkler als derselbe Whisky aus einem mehrmals verwendeten Hogshead.
Dann schwenke man den Whisky im Glas, schnuppere vorsichtig und achte auf
die vorherrschenden Eigenschaften. Anschliessend nehme man ein kleines Schlückchen
(vielleicht ist er zu stark, aber manche alte Whiskys sind am besten unverdünnt),
füge einige Tropfen Wasser hinzu und wiederhole das Ganze. Wiederholen
Sie den Vorgang, bis Sie herausgefunden haben, wieviel Wasser es braucht,
um den Whisky zur vollen Entfaltung zu bringen.
Gewiss wird es deutlich, dass ein grosser Teil des Whiskygenusses durch die
Nase geht-statt "Whisky degustieren" könnte es auch "Whisky
schnuppern" heissen. Ein Glas Malt Whisky enthält hunderte von aromatischen
"Kongeneren". Probieren Sie doch einmal, wie viele verschiedene
Düfte Sie identifizieren können!
Es gibt sieben Hauptgruppen bei den
Aromen:
Ester, Phenole, Aldehyde, süss-assoziiert, Getreide, Öle und Holz:
Ester-fruchtig, blumig, Birnenbonbons
Phenole-medizinal, torfig, rauchig
Aldehyde-Heu, Gras, Leder
Süss-assoziiert-Vanille, Toffee, Honig
Getreide-Malz, Brot, Weizen
Öle-Butter, Haselnuss, Walnuss
Holz-Zedernholz, Pechkiefer, Harz
Wenn Sie den Whisky degustieren, nehmen Sie einen guten Mund
voll und konzentrieren sich auf die "Primärgeschmäcker"-süss,
sauer, salzig und bitter/trocken-die mit der Zungenspitze, beziehungsweise
ihren Seiten und hinten auf der Zunge wahrgenommen werden. Achten Sie bei
den folgenden Schlucken auf das "Mundgefühl"-voll, schwer,
ölig, dünn, adstringierend, usw.-sowie auf weitere Geschmacksnuancen.
Der klassische Scotch Whisky
Malz Whisky wird in einer der zur Zeit 107 schottischen Whiskybrennereien
in Pot Still-Brennblasen in zwei Brennvorgängen aus reiner Gerstenmalz-Maische
gebrannt. Den typisch rauchigen Geschmack erhält der Malz-Whisky durch
die Art der Zubereitung des Malzes; zum Darren - darunter versteht man das
Trocknen der gemälzten (vorgekeimten ) Gerste - wird Torfrauch durch
das Malz geleitet und der so entstehende rauchige Geschmack und Geruch geht
auch durch die nachfolgenden Destillationsvorgänge nicht verloren. Der
Grain-Whisky wird in modernen Kolonnenbrennereien destilliert.
Wir empfehlen Ihnen den Malz-Whisky aus dünnwandigen und bauchigen Gläsern
bei Zimmertemperatur zu trinken, eine Voraussetzung zum Kennenlernen seines
urwüchsigen Charakters. Auf Grund gesetzlicher Vorschriften muß
der Malz-Whisky mindestens drei Jahre auf Holzfässern lagern, jedoch
erst nach acht oder mehr Jahren erreicht er seinen Höhepunkt. Viele Faktoren
bestimmen den Geschmack, das Bouquet und die Farbe eines jeden Malz-Whiskies,
wie z.B. die Destillation, die Lagerung, das Wasser, der Brenntorf usw. Aus
diesem Grund hat jeder Malz-Whisky seine eigene Individualität.
Folgende Erzeugergebiete unterscheidet man:
Highland-Malz-Whisky
Der leicht rauchige Malz-Whisky aus den Highlands ist der bekannteste. Er
ist ein würziger und nicht besonders schwerer Malz-Whisky.
Malz-Whisky
von den westschottischen Inseln Islay, Jura und Skye
Man erkennt sie an ihrem Torfgeruch und -geschmack. Der kräftig - rauchige
Malz-Whisky von den Inseln gehört zweifellslos zu den besten und markantesten
schottischen Malz-Whiskies.
Lowland-Malz-Whisky
Die im Süden Schottlands hergestellten Malz-Whiskies sind sehr weich
und kaum rauchig im Geschmack.
Campbeltown-Malz-Whiskies
Diese Malz-Whiskies von der Halbinsel Kintyre besitzen ein betontes und etwas
strenges Rauchfume.
Die Malz-Whiskies aus Schottland zählen zu den besten und markantesten
Whiskies der Welt. Vor vielen Jahrhunderten brachten irische Mönche die
Kunst des Destillierens nach Schottland, die sich bis in die heutige Zeit
in ihrer ursprünglichen Form erhalten hat.
Der Malz-Whisky ist aufgrund seiner traditionellen Herstellung eine absolute
Rarität, er vereinigt in sich Qualität, Individualität und
Erlesenheit, wie kein anderer Whisky auf der Welt.
Im Gegensatz zum
Blended Scotch Whisky
in dem nur ungefähr 40% Malz-Whisky enthalten sind, hat der Malz-Whisky
wesentlich mehr Körper, Blume und Struktur. Der Blended Scotch Whisky,
d.h. die Zusammenstellung von Malz- und Grain-Whisky, existiert erst seit
der Jahrhundertwende.
Zur idealen Lagerhaltung
von Whiskys gibt es unzählige Theorien, grundsätzlich möchten
wir Ihnen aber folgende Grundregeln an Ihr Sammlerherz legen:
Ihre wertvollsten Flaschen sollten wenn möglich kein Sonnenlicht abbekommen.
Sie sollten kühl und relativ trocken in einer beständigen Umgebung
eingelagert werden. Die Flaschen sollten aufrecht stehen, da der Alkoholdampf in der Flasche genügt,
um den Korken zu feucht zu halten und sicherzustellen, dass dieser nicht austrocknet.
Die meisten Single Malt Whiskys erhalten ihre eigentümliche Farbe vom
Holzfass während des Gärprozesses. Diese natürlichen Farben
können auch nach jahrzehntelanger Lagerung nicht ausbleichen. Whiskies,
die jedoch einen Farbzusatz (Caramel oder E150) enthalten, können ihren
farblichen Charakter mit der Zeit verlieren. Diese Produkte zusätzlich
dem Sonnenlicht ausgesetzt, verlieren bis zu 65% der nachträglich beigefügten
Farbe.
Ein weiterer Vorteil, die Flaschen weg von der Sonne zu lagern, ist die Tatsache,
dass auch das Label so nicht ausbleichen kann und Sie auch Dekaden später
noch viel Freude an Ihrem Whisky haben!
Aging
Englisch für Alter.
Alter
Lagerzeit in Holzfässern. Drei Jahre beträgt das gesetzliche Mindestalter
für jeden Scotch. Die meisten Malts sind aber erst nach acht bis zwölf
Jahren ausgereift.
Als Alter gilt der Zeitpunkt der Abfüllung in die Flasche,
wobei bei einer Mischung aus Fässern mehrerer Jahrgänge, das jüngste
Fass massgebend ist.
Nur wenigen Whiskys trauen Kenner eine längere Lagerzeit
als 21 Jahre zu, ohne daß der Geschmack leidet.
Angels Share
Der Anteil des Whiskys, der während der Fasslagerung durch die Holzwände
hindurchdiffundiert und verdunstet, auch Ullage genannt. Dieser Anteil beträgt
in etwa 2% pro Jahr.
As we get it
Bezeichnung für einen in Fassstärke (Cask Strenght) abgefüllten
Maltwhisky (ca. 65% Vol).
Baby Whisky
Ein wasserklarer, junger Whisky kurz nach dem Brennen.
Bannock
Schottisches Fladenbrot.
Barrel
Englisch für Fass.
Beer
US-amerikanische Bezeichnung für die vergorene Würze (auch Wash).
Blended de Luxe
Ein Blended Whisky mit höherem Anteil älterer Malts.
Blended Scotch
Mischung aus ca. 40% schottischen -> Malt Whiskys (35-40 Sorten) und aus
60% Grain Whiskys (ca. 5 Sorten).
Blended Whisky
Gemisch aus Malt Whisky und Grain Whisky. Die Qualität dieser Whiskys
(z.B.: Johnny Walker) hängt vom Mischungsverhältnis ab: je höher
der Malt-Anteil, desto besser sind sie (das Alter spielt natürlich auch
eine Rolle).
Blending
Das Mischen bzw. Verschneiden von Malt Whisky und Grain Whisky, um eine vom
Jahrgang unabhängig gleichbleibende Qualität zu erzeugen.
Bothy
Wurde oft als Bezeichnung für Schwarzbrennereien verwendet. Ursprünglich
eine Hütte, in der Knechte, Fischer und Schäfer wohnten.
Böttcher
Handwerker, welcher Holzfässer herstellt und repariert. Wird auch Büttner
oder Küfer genannt.
Bourbon
Amerikanischer Whiskey aus mindestens 51% Mais, der früher einmal im
Bourbon County, Kentucky, entstand.
Brennblase
Kupferkessel, der der Destillation dient; ähnlich den Sudkesseln von
Brauereien. Die Brennblase wird von unten beheizt, wodurch sich die Flüssigkeit
im Innern erhitzt und der Alkoholdampf freigesetzt wird.
Bei der Whiskydestillation werden zwei Brennblasen verwendet:
Die Wash Still und die Spirit Still. In der ersten Brennblase erreicht das
Destillat einen Alkoholgehalt von nur 20 Prozent (Zwischendestillat), beim
zweiten Durchgang rund 70 Prozent. Wie bei allen guten Bränden ist nur
das Herzstück (-> Middle Cut) brauchbar. Bei anspruchsvollen Produzenten
wird lediglich etwa ein Drittel der zweiten Destillation für die Lagerung
verwendet.
Brennerei
Siehe unter Destillerie.
Brennrohr
Der Hals der Brennblase, durch den der dampfförmige Alkohol aufsteigt,
um anschliessend in den wassergekühlten Rohrspiralen zu kondensieren.
Die Neigung des Brennrohres beeinflusst dabei die Qualität und Geschwindigkeit
der Kondensation.
Butt
Für die Reifung von Whisky verwendetes Sherryfass mit einem Fassungsvermögen
von 500 Litern.
Büttner
Siehe unter Böttcher.
Cairn
Ursprünglich gälisch. In Pyramidenform aufgeschichteter Steinhaufen,
der als Gedenkmonument oder Orientierungszeichen dient.
Cask Strength
Englisch für Fassstärke.
Ceilidh
Ursprünglich gälisch. Gesellige Abende mit Musik und Tanz.
Charcoal filtered
Bezeichnung für einen Whisky, der durch eine Holzkohleschicht gefiltert
worden ist.
Corry
Tiefes trogförmiges Tal.
Dephlegmator
Ausbuchtung im Hals mancher -> Brennblasen. Dadurch entsteht ein feineres
Destillat.
Destillerie
Brennerei, welche schottischen Whisky herstellt In Schottland gibt es noch
etwa 100 Destillerien, die aber nicht alle eine eigene Marke auf den Markt
bringen. Einige liefern an -> unabhängige Abfüller oder Handelshäuser,
die den Whisky unter ihrem Namen verkaufen oder zur Herstellung von ->
Blended Whisky verwenden.
Distillery
Englisch für Destillerie.
Draff
Englisch für Trester.
Dram
Britisches Apothekergewicht (3,8 g), außerdem gleichbedeutend mit "Schluck",
"Kleinigkeit"; in Schottland die gebräuchliche Bezeichnung
für ein Glas Whisky. Über die Größe des Glases wird damit
nichts ausgesagt, im Gegenteil, auch ein wee dram, also ein "Schlückchen",
kann eine durchaus ansehnliche Menge beinhalten.
Ester
Duftender, fruchtiger oder würziger Bestandteil von Whisky, der durch
Reaktionen während der Gärung oder durch Reifung entsteht.
Fass
In der schottischen Whiskyindustrie besitzt ein Fass (engl. Barrel) in der
Regel ein Fassungsvolumen von 180 bis 200 Litern. Es handelt sich meist um
Bourbon Fässer, welche aus amerikanischer Eiche gefertigt wurden und
bereits zur Reifung von Bourbon Whiskey verwendet worden sind.
In jüngerer Zeit werden zur Lagerung von Scotch Whisky
vermehrt auch andere Fässer verwendet, welche einem Whisky seine charakteristischen
Eigenschaften geben (Sherry, Portwein, Madeira, Bordeaux).
Fassstärke
Alkoholgehalt eines Whiskys im Fass. Meist um die 60 Volumenprozent. Whiskys,
welche mit Fassstärke oder "cask strength" verkauft werden,
sind vor dem Abfüllen nicht mit Quellwasser verdünnt worden, wie
dies üblicherweise der Fall ist.
Feints
Englisch für Nachlauf.
Firth
Geschützte Bucht oder Fjord.
Floor Maltings
Englisch für Malzboden.
Flora & Fauna
Eine Serie von speziellen Maltwhisky von United Distilleries UDV.
Foreshots
Englisch für Vorlauf.
Gärbottich
In den Gärbottich gelangt die aus dem -> Maischebottich abgepumpte
Würze. Hier wird Hefe hinzugegeben, um die Würze in Alkohol umzuwandeln.
Glen
Schmales Tal mit einem Fluss.
Grain Whisky
Bei diesem Whisky wird nicht nur gemälzte Gerste verwendet, sondern auch
Korn, Mais und andere Getreide sind erlaubt.
Dieser Whisky ist fast geschmacklos - und er hat eine Eigenschaft, die dazu
geführt hat, daß der Malt Whisky verdrängt wurde: Er eignete
sich bestens zum Verschneiden.
Haggis
Schottisches Nationalgericht. Enthält im Schafsmagen gekochte Lamm- oder
Hirschleber, Fleischabfall, Hafermehl und anderes. Wird gut gewürzt und
traditionell mit Whisky genossen.
Highproof
Synonym für einen Cask Strength: Früher wies man den hohen Alkoholgehalt
von mehr als 57 Prozent einfach durch Anzünden nach. Brannte er, hatte
er die Probe - Proof - bestanden.
Hogshead
Eichenfass mit 250 Litern Inhalt, das in der Whisky-Industrie traditionell
sehr beliebt ist. Wird oft aus amerikanischen Dauben gemacht.
Independent Bottler
Englisch für unabhängiger Abfüller.
Kaltfiltrierung
Die meisten Destillerien kühlen ihren Whisky, damit sich Fettsäuren
und Proteine absetzen, und filtern ihn vor dem Abfüllen noch einmal.
Dadurch erreichen sie, dass das Destillat nicht eintrübt, wenn es durch
Beigabe von Wasser verdünnt wird oder der Konsument Eiswürfel hinzugibt.
Leider nimmt die Kaltfiltrierung dem Whisky auch etwas von seinem Körper,
seiner Struktur und seinem Geschmack.
Kiln
Trockenofen für die Malzdörre.
Küfer
Siehe unter Böttcher.
Lade
Kanal, der ein Gewässer zu einer Destillerie oder Mühle leitet.
Laird
Wird heute für einen Guts- oder Pachtherrn verwendet. Früher bezeichnete
man damit einen Häuptling oder Prinzen.
Loch
See oder Bucht.
Low Wines
Englisch für Zwischendestillat.
Lyne arm
Englisch für Brennrohr.
Maische
Die Brühe aus warmem Wasser und Malz, in der der Zucker zum Vergären
aus dem Malz herausgelöst wird. Dabei entsteht die Würze.
Maischebottich
Hölzerner Kessel, in dem sich ein Rührwerk befindet, das die Gerste
mit kochendem Wasser mischt. Über Filter im Kesselboden wird die Würze
abgepumpt und dem Gärbottich zugeführt. Zurück bleibt der Trester.
Maischen
Vorgang während der Whiskyproduktion, bei welchem das Malz zu einer zuckerhaltigen,
breiigen Masse aufgekocht wird.
Malt
Englisch für Malz.
Malt House
Englisch für Malzboden.
Malt Whisky
Ausschliesslich aus gemälzter Gerste und keinem anderen Getreide hergestellter
Whisky.
Malting
Englisch für Mälzen.
Malting Floor
Englisch für Malzboden.
Malz
Das zum Destillieren notwendige Grundprodukt aus eingeweichter Gerste, die
zum Keimen gebracht und und anschliessend getrocknet wurde.
Beim schottischen Whisky wird die Trocknung mit einem Torffeuer
begünstigt, daher der oft torfige, rauchige Geschmack des Scotch. Beim
irischen Whiskey erfolgt eine Lufttrocknung.
Malzboden
Gebäude, in welchem der Malzvorgang, das -> Mälzen, stattfindet.
Andere Bezeichnungen für dieses Gebäude sind Mälzerei, Malztenne,
Malting Floor oder Floor Maltings.
Mälzen
Vorgang des Einweichens, Ankeimens und Trocknens der Gerste.
Mälzerei
Siehe unter Malzboden.
Mash Tun
Englisch für Maischebottich.
Mashing
Englisch für Maischen.
Mittellauf
Das sogenannte Herzstück der zweiten Destillation. Der Brennmeister sorgt
dafür, dass nur dieser edelste Teil des Brandes gesammelt wird. Die Umlenkung
erfolgt durch Betätigung des Handgriffes oben auf dem Spiritsafe.
Nachlauf
Flüssigkeit, die nach der zweiten Destillation zurückbleibt. Sie
wird wieder in die Brennblase gegeben.
Nosing
Die Stunde der Wahrheit für jeden Whisky: Geübte Nasen erschnuppern
gewünschte und auch ungewünschte Aromen des Produkts, Profis beurteilen
so schon vor dem ersten Schluck die Qualität.
Pot Still
Meist birnen- oder zwiebelförmige Brennblasen aus Kupfer. Nach jedem
Brennvorgang müssen alle Geräte sorgfältig gereinigt werden,
d.h., es kann nicht kontinuierlich destilliert werden.
Das Pot Still Verfahren ist typisch für Malt Whisky: Zwei-
bis Dreifachdestillation in zwiebelförmigen Kupferbrennblasen. Im Gegensatz
dazu wird -> Grain Whisky in einem kontinuierlichen Destillationsprozess
hergestellt.
Pot Still Verfahren
Typischer Brennvorgang für Malt Whisky: Zwei- bis Dreifachdestillation
in zwiebelförmigen Kupferbrennblasen. Im Gegensatz dazu wird Grain Whisky
in einem kontinuierlichen Destillationsprozess hergestellt.
Pure Malt Whisky
Verschiedene Maltwhiskys (kein Grainwhisky) aus mehreren Destillerien (auch
Vatted Malt genannt).
Quaich
Das Wort "Quaich" ist eine Verballhornung von "cuach",
dem gälischen Wort für "Tasse" und wird beim zeremoniellen
Trinken von Whisky verwendet. Die ersten Quaichs waren aus Holz: Schalen aus
Platanen-, Goldregen-, Walnuß- oder Mahagoniholz. Einige hatten silberne
Griffe und ab 1800 wurden spezielle, für die Zeremonien vorgesehene Gefäße
ganz aus Silber hergestellt. Die Griffe waren nützlich, wenn der Quaich
bei einem feierlichen Umtrunk von Hand zu Hand wanderte, als Willkommensgruß
ebenso wie beim Abschied, bei den Kleinbauern nicht anders als beim Adel.
Scotch
Geschützte Herkunftsbezeichnung für einen in Schottland hergestellten
und mindestens 3 Jahre gelagerten Whisky (meist in Eichenfässern).
Shiel
Auf dem Malzboden verwendete Schaufel, mit der die keimende Gerste gewendet
wird.
Shortbread
Knuspriger, süsser Butterkeks.
Single Cask
Single Malts, die nur aus einem einzigen Faß kommen: die derzeit am
heißesten begehrten und durch die Faßstärke limitierten Raritäten.
Je nach Faßgröße kommen nur 250 bis 500 Flachen auf den Markt.
Somit ist Single Cask ein kostbares wie kostspieliges Vergnügen, das
jedoch von immer mehr Kennern und Liebhabern bevorzugt wird, weil es das einzige
ist, das wirklich voll zur Geltung bringt, was ein Malt vor allen anderen
Whisky`s auszeichnet.
Single Grain
Getreide-Whisky aus einer Destillerie.
Single Malt
Whisky aus gemälzter Gerste. Der Flascheninhalt darf nur aus einer einzigen
Brennerei stammen; er kann aber durchaus eine Mischung aus verschiedenen Fässern
beinhalten und sogar aus unterschiedlichen Jahrgängen. In diesem Fall
entspricht die Altersangabe dem jüngsten Jahrgang.
Eigentlich widerspricht das der Idee vom Malt, als einem individuellem
Getränk, jedoch sind die Destillerien daran interessiert, ihren Malt
durch solche Mischungen möglichst immer gleich schmecken zu lassen.
Spirit Still
Zweite Brennblase zur Destillation des Feinbrandes mit 64 - 70 Volumenprozent
Alkohol (Mittellauf).
Stacks
Durch Erosion entstandene Steinsäulen.
Still
Englisch für Brennblase.
Stillman
Englisch für Brennmeister.
Trester
Nach dem Maischen auf dem Boden des Maischebottichs zurückbleibende Getreidereste,
welche als Viehfutter verwendet werden.
Uisge Beatha
Alter gälischer Begriff für Lebenswasser oder eben für Whisky.
Ullage
Siehe unter Angels share.
Unabhängige Abfüller
Whiskyabfüller, die Whiskyfässer von Destillerien kaufen und nach
ihrem eigenen Ermessen abfüllen. Beispiele: Signatory, Cadenhead, SMWS.
Vatted Malt
Ein Verschnitt aus mehreren verschiedenen Single Malts.
Vatting
Das Mischen von diversen Single Malts aus verschiedenen Brennereien. Auf die
Qualität muß das keinen Einfluß haben; im Gegenteil, ist
es sehr reizvoll, selbst zu experimentieren und sich aus verschiedenen Malts
selbst einen vatted zu komponieren.
Vintage
Ein Whisky, der auf dem Etikett einen bestimmten Jahrgang ausweist.
Vorlauf
Der erste noch unreine Teil der kondensierenden Flüssigkeit aus der zweiten
Brennblase (spirit still). Dieser wird wieder in die Brennblase gegeben.
Warehouse
Faßlagerhaus
Wash
Englisch für Würze.
Wash Backs
Englisch für -> Gärbottich.
Wash Still
Erste Brennblase zur Destillation des niedrigprozentigen Rohbrandes (Zwischendestillat).
Whiskey
Irisch/US-Amerikanische Schreibweise für Whisky.
Whisky
Schottisch/Kanadische Schreibweise.
Spirituose, die aus Getreide, meist mit einem Anteil Gerstenmalz, stammt und
natürliche Aroma- und Geschmackstoffe der Rohmaterialien enthält.
Whiskybrennerei
Siehe unter Destillerie.
Worms
(engl. Ausdruck)
Siehe unter Wurmkühler.
Wort
Englisch für Würze.
Wurmkühler
Dies ist die Kühlschlange, die mit ihrem Kühlwasserbad (Worm tub)
die Kondensationseinheit beim Pot Still-Verfahren bildet. Die Kühlschlange
selbst besteht aus einem spiralförmig gewundenen Kupferrohr, das oben
mit dem Helm der Destillierblase verbunden ist und sich nach unten verjüngt.
Im Worm werden die aus der Blase kommenden Dämpfe kondensiert und zum
Sammelbehälter mit dem Destillat geleitet.
Würze
Im Maischebottich gewonnene Flüssigkeit, bestehend aus dem bierähnlichen
Getreidesud mit gelöstem Zucker aus dem Malz. Sobald Hefe hinzugefügt
wird, beginnt sie zu gären. Die Würze wird der Brennblase zur Destillation
zugeführt.
Zwischendestillat
Nach dem ersten Brennvorgang (wash still) entstandener, niedrigprozentiger
Alkohol (20% Vol), der unangenehm schmeckt und dem zweiten Brennvorgang (spirit
still) zugeführt werden muss.
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